Der HTTP-Server des Apache-Projekts ist seit über 15 Jahren der am weitesten verbreitete Webserver. Die Geschichte der quelloffenen und kostenlosen Software reicht bis in die Anfangszeiten des WWW zurück.

Der NCSA HTTPd und die Anfänge des Projekts

Hier an der Universität von Illinois hatte der Apache Webserver seine Anfänge

In den Jahren nach der Entstehung des WWW wurde am National Center for Supercomputing Applications (NCSA) an der Universität von Illinois eine Software mit dem Namen HTTP daemon (HTTPd) entwickelt. Deren Programmierer Rob McCool stellte sie kostenlos zur Verfügung, und in der Folge verbreitete sich das Programm so weit, dass zeitweise mehr als 90 % aller Internetseiten darüber bereitgestellt wurden. Die Entwicklung geriet jedoch ins Stocken, als McCool das NCSA im Jahr 1994 verließ. Zu dieser Zeit waren bereits zahlreiche inoffizielle Patches und Erweiterungen für den HTTPd im Umlauf, dass der Name des späteren Apache-Webservers von der Bezeichnung “a patchy server” abgeleitet ist, trifft zwar nicht zu, wird bis heute aber immer wieder gerne erzählt.

Diese mit der Zeit entstandenen Anpassungen wurden im Laufe des Jahres auf einer Mailingliste gesammelt, auf der man gleichzeitig ihre Weiterentwicklung koordinierte. Anfang 1995 wurde die Apache Group gegründet, die damals aus acht Mitgliedern bestand. Im April des Jahres erschien Apache 0.6.2 – die erste offizielle Version des neuen Webservers, der auf der Version 1.3 des HTTPd basierte. Zur gleichen Zeit nahm man am NCSA die Entwicklung der ursprünglichen Software wieder auf, wodurch es in der Folge zu einem Austausch von Patches und Ideen mit dem Apache-Projekt kam.

Gegen Ende der 1990er Jahre wurde die Entwicklung des HTTPd endgültig eingestellt. Der Apache-Webserver hatte nicht nur seinen Vorgänger überholt, sondern setzte sich gleichzeitig als Alternative zu dem von Netscape entwickelten Webserver und zu Microsofts IIS durch. Kurz nach der ersten offiziellen Veröffentlichung war 1995 die gründlich überarbeitete Version 0.8.8 erschienen, und am Ende des Jahres kam Version 1.0 heraus. Seit 1996 handelt es sich bei Apache um den am weitesten verbreiteten Webserver.

Gründung der Apache Software Foundation und die Versionen ab 2.0

Im Juni 1999 wurde die Apache Software Foundation (ASF) gegründet, eine gemeinnützige Organisation, deren Aufgabe es ist, den Apache-Entwicklern Rechtssicherheit zu verschaffen, ihre Interessen zu vertreten und die Marke Apache zu schützen. Inzwischen werden unter dem Dach der ASF zahlreiche weitere Softwareprojekte entwickelt, darunter auch die Bürosoftware OpenOffice.

Die von der ASF veröffentlichte Software steht unter der Apache-Lizenz, deren aktuelle Version 2.0 aus dem Jahr 2004 stammt. Diese ähnelt der GNU General Public License, unter der die meisten anderen Open-Source-Projekte stehen. Wer Apache-lizenzierte Software weiterentwickelt, hat jedoch die Möglichkeit, seine modifizierte Version unter einer anderen Lizenz zu veröffentlichen, und die Änderungen brauchen nicht an die Entwickler der ursprünglichen Version zurückgegeben zu werden. Die Apache-Lizenz kommt auch bei Projekten zu Einsatz, die außerhalb der ASF entwickelt wurden.

2000 wurde der Webserver in der Version 2.0 veröffentlicht, die immer noch weiterentwickelt und mit Sicherheitsupdates versehen wird. Die 1.x-Versionen werden seit 2010 offiziell nicht mehr unterstützt, auch wenn es gelegentlich noch zur Beseitigung von Sicherheitslücken kommt. Ebenfalls im Jahr 2000 fand die erste ApacheCon statt, eine Konferenz, die Softwareentwickler, Distributoren und Nutzer zusammenbringt. Die ApacheCon wird seitdem einmal jährlich in den USA abgehalten, zusätzliche Konferenzen finden in Europa und Asien statt.

2009 wurde Apache zum ersten Webserver, der mehr als 100 Millionen Seiten bereitstellte. Heute laufen weltweit mehr als die Hälfte aller Webseiten darauf.